{"id":4860,"date":"2016-02-12T17:10:24","date_gmt":"2016-02-12T15:10:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/?p=4860"},"modified":"2017-04-12T14:50:48","modified_gmt":"2017-04-12T12:50:48","slug":"der-zika-virus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/allgemeines\/der-zika-virus.html","title":{"rendered":"Der Zika-Virus"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-4861\" src=\"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/zika-virus-225x135.jpg\" alt=\"Zika Virus\" width=\"225\" height=\"135\" \/>Eigentlich ist er schon lange bekannt, dennoch hat sich bisher kaum jemand gro\u00df f\u00fcr den Zika-Virus interessiert: Obwohl er bereits 1947 entdeckt wurde, gibt es bisher kaum Forschungen zu dem Virus, geschweige denn einen Impfstoff oder Medikamente gegen das Zikafieber. Doch in den vergangenen Wochen und Monaten ist der Virus pl\u00f6tzlich in den Focus der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt: Eine ausufernde Welle an Krankheitsf\u00e4llen in Brasilien und das Bekanntwerden der m\u00f6glichen Folgen f\u00fcr Ungeborene sorgen f\u00fcr neue Brisanz. Wir beantworten die dr\u00e4ngendsten Fragen rund um den Zika-Virus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Zika-Virus \u2013 der untersch\u00e4tzte Erreger<\/h2>\n<p>Bereits 1947 wurde der Zika-Virus im Zika-Forrest in Uganda isoliert und benannt. Etwa 5 Jahre sp\u00e4ter wurde der Virus aus der Gattung der Flaviviren erstmals beim Menschen identifiziert. Viel Bedeutung wurde dem dennoch nicht beigemessen \u2013 was vermutlich daran liegt, dass das davon ausgel\u00f6ste Zikafieber verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig harmlos anmutet.<\/p>\n<p>Erst 2007, als es in Ozeanien, auf den Yap-Inseln in Mikronesien zur ersten bekannten Massenerkrankung durch den Zika-Erreger kam, \u00e4nderte sich das \u00f6ffentliche Bild des Virus: Rund 73% der Bev\u00f6lkerung waren nach durchgef\u00fchrten Antik\u00f6rpertests infiziert. Damit galt der Zika-Virus als Erreger mit globalem Ausbreitungspotential. Weitere Ausbreitungswellen verliefen dennoch bislang unspektakul\u00e4r, bis es 2015 zu einem massiven Ansteckungsanstieg in Brasilien kam.<\/p>\n<p>Zum Vergleich: Die Bev\u00f6lkerungsdichte in Ozeanien betr\u00e4gt in etwa 13 Einwohner pro km\u00b2, gr\u00f6\u00dftenteils auf weitgehend isolierten Inseln, w\u00e4hrend Statistiken f\u00fcr Brasilien Zahlen von etwa 24 Einwohnern pro km2 nennen \u2013 Gebiete wie um die Megacity S\u00e3o Paulo sind ungleich dichter besiedelt. Dadurch wurde eine neue Dimension des scheinbar harmlosen Erregers greifbar: Vermutlich verursacht er neben den bekannten Symptomen des Zikafiebers auch bleibende Sch\u00e4den bei Ungeborenen, auch wenn dieser Zusammenhang noch nicht eindeutig nachgewiesen ist. Da eine weitere Verbreitung des Erregers nicht auszuschlie\u00dfen ist, macht es deshalb Sinn, sich auch hierzulande gr\u00fcndlich zu informieren.<\/p>\n<h2>Wie wird der Zika-Virus \u00fcbertragen?<\/h2>\n<p>Zu den \u00dcbertragungswegen des Zika-Virus gibt es bislang wenig gesicherte Erkenntnisse. Fest steht, dass er wohl \u00fcber verschiedene Arten von Stechm\u00fccken \u00fcbertragen werden kann, sowie dass er im Blut und auch in der Samenfl\u00fcssigkeit nachgewiesen werden konnte. Forscher gehen davon aus, dass neben der \u00dcbertragung durch M\u00fcckenstiche auch eine \u00dcbertragung von Mensch zu Mensch m\u00f6glich ist, beispielsweise beim ungesch\u00fctzten Geschlechtsverkehr.<\/p>\n<h2>Welche Symptome treten bei einer Zika-Infektion auf?<\/h2>\n<p>Die Symptome einer Zika-Infektion sind zun\u00e4chst wenig spektakul\u00e4r: Der Erkrankte leidet unter leichtem Fieber, rot-fleckigem Hautausschlag, ger\u00f6teten, eventuell auch entz\u00fcndeten Augen sowie Gelenkschmerzen. Gelegentlich berichten Betroffene auch von Kopf- und Muskelschmerzen, sowie von Erbrechen und Durchfall. Diese Symptome klingen normalerweise nach wenigen Tagen bis einer Woche von allein und ohne Komplikationen ab. Schwere Krankheitsverl\u00e4ufe sind sehr selten, Todesf\u00e4lle aufgrund des Zika-Virus sind bislang keine bekannt. Tats\u00e4chlich bemerken viele Infizierte die Infektion gar nicht, da die Symptome oft sehr mild auftreten. Nach dem Auftreten einer Infektion ist mit Immunit\u00e4t gegen den Erreger zu rechnen.<\/p>\n<p>Dennoch darf der Zika-Virus nicht untersch\u00e4tzt werden: Bereits seit dem Ausbruch in Franz\u00f6sisch-Polynesien wird vermutet, dass es in Folge einer Infektion zu einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr neuronale Erkrankungen und St\u00f6rungen des Immunsystems kommen kann. Seit der Infektionswelle in Brasilien wird nun zus\u00e4tzlich vermutet, dass die massiv angestiegene Anzahl an Neugeborenen mit Mikrozephalie ebenfalls mit dem Zika-Virus zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<h2>Was ist Mikrozephalie?<\/h2>\n<p>Mikrozephalie ist eine Fehlbildung des Kopfes bei Neugeborenen. Der Sch\u00e4del ist deutlich kleiner als bei gesunden Gleichaltrigen, es kommt zu schweren St\u00f6rungen der Hirnentwicklung. Mikrozephalie wird unter anderem durch Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Schwangerschaft, Gendefekte oder auch Infektionskrankheiten, wie beispielsweise einer R\u00f6telninfektion in der Schwangerschaft ausgel\u00f6st. Nun steht auch der Zika-Virus in Verdacht, die Fehlbildung auszul\u00f6sen.<\/p>\n<h2>Wie wird eine Zika-Infektion behandelt?<\/h2>\n<p>Bislang gibt es keine speziellen Medikamente gegen den Zika-Virus. Im Krankheitsfall werden die Symptome durch normale Schmerz- und Fiebermittel gelindert. Im Normalfall ist das allerdings auch ausreichend, da der Krankheitsverlauf wie bereits erw\u00e4hnt normalerweise eher harmlos ist.<\/p>\n<h2>Ist Schutz gegen Zika-Infektionen m\u00f6glich?<\/h2>\n<p>Eine Schutzimpfung gegen den Zika-Virus wurde bislang nicht entwickelt. Deshalb wird in erster Linie versucht, die \u00dcbertragungswege zu blockieren. Dies erfolgt zum Beispiel durch verst\u00e4rkten Schutz vor M\u00fcckenstichen (Insektenabwehr-Sprays, M\u00fcckennetze u.a.), intensive Kontrolle von Blutkonserven und die Nutzung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Zudem sollten Schwangere derzeit nach M\u00f6glichkeit von vermeidbaren Reisen in betroffene L\u00e4nder absehen. In Anbetracht der Tatsache, dass eine weltweite Verbreitung verhindert werden sollte, macht es aber auch f\u00fcr Nicht-Schwangere Sinn, Reisen ins Risikogebiet f\u00fcrs erste zu vermeiden.<\/p>\n<p>Brasilien, das derzeit wohl am st\u00e4rksten betroffene Land, setzt im Kampf gegen die Virus-Infektion derzeit auf Aufkl\u00e4rung und ein M\u00fcckenbek\u00e4mpfungsprogramm, das daf\u00fcr sorgen soll, dass zu den Olympischen Spielen im Sommer 2016 sowohl Sportler als auch Touristen wieder weitgehend risikofrei nach Brasilien reisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>M\u00fcssen wir Angst vor einer Infektionswelle haben?<\/h2>\n<p><strong>Eins steht fest: Der Zika-Virus hat das Potential, sich weltweit auszubreiten.<\/strong> Dennoch glauben Experten bislang nicht, dass f\u00fcr eine langfristige Gefahr von dem Erreger ausgeht. Ein Grund hierf\u00fcr ist, dass der Erkrankte im Anschluss an die Infektion immun gegen eine weitere Ansteckung ist \u2013 eine Zika-Infektionswelle hinterl\u00e4sst damit also eine gro\u00dfe Menge an immunisierten Personen. Damit d\u00e4mmt sich der Virus langfristig also selbst in seiner Ausbreitung ein.<\/p>\n<p>Das Problem der akuten Erkrankung und der vermutlich damit einhergehenden Fehlbildungen ist damit freilich nicht aus der Welt geschafft. Dennoch gibt es bislang keinen Grund f\u00fcr Panik: Schlie\u00dflich ist der Zusammenhang zwischen Mikrozephalie und Zika-Virus bislang nur eine unbest\u00e4tigte Vermutung. Leichtsinn ist zwar trotzdem nicht angebracht \u2013 Panik aber ebenso wenig. Denn gerade in Deutschland und weiten Teilen West- und Nordeuropas ist eine Ausbreitung des Virus kaum denkbar. Das liegt in erster Linie daran, dass die M\u00fccken, die den Virus verbreiten, hierzulande nicht ans\u00e4ssig sind. Bei den wenigen F\u00e4llen, die bisher Europa erreicht haben, haben sich die Betroffenen im Ausland infiziert.<\/p>\n<p>Zudem wir nun intensiv in die Forschung rund um den Zika-Virus investiert, es ist sehr wahrscheinlich, dass es bald schon m\u00f6glich sein wird, entsprechende Schutzimpfungen durchzuf\u00fchren. Bis es so weit ist, wird Schwangeren und Frauen mit akutem Kinderwunsch geraten, sowohl betroffene Regionen als auch den engen Kontakt mit Menschen, die vor kurzem in betroffenen Regionen zu Gast waren zu meiden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zum Zika-Virus finden Sie beim <a href=\"http:\/\/www.rki.de\/SharedDocs\/FAQ\/Zikavirus\/Zikavirus-Infektionen.html\" target=\"_blank\">Robert Koch Institut<\/a>, den aktuellen wissenschaftlichen Stand beim Bundesministrium f\u00fcr Gesundheit und selbstverst\u00e4ndlich fundiertes Grundwissen bei <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zika-Virus\" target=\"_blank\">Wikipedia<\/a>.<\/p>\n<p>Gesunde Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nPetra Fischer<br \/>\nGesund24h Redaktion<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich ist er schon lange bekannt, dennoch hat sich bisher kaum jemand gro\u00df f\u00fcr den Zika-Virus interessiert: Obwohl er bereits 1947 entdeckt wurde, gibt es bisher kaum Forschungen zu dem Virus, geschweige denn einen Impfstoff oder Medikamente gegen das Zikafieber.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4861,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4860","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemeines"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4860","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4860"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4860\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4861"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4860"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4860"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4860"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}