{"id":4608,"date":"2014-09-12T11:13:39","date_gmt":"2014-09-12T09:13:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/?p=4608"},"modified":"2017-04-11T16:39:55","modified_gmt":"2017-04-11T14:39:55","slug":"herbstzeit-ist-pilzzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/ernaehrung\/herbstzeit-ist-pilzzeit.html","title":{"rendered":"Herbstzeit ist Pilzzeit &#8211; Die Freuden und Gefahren der Pilzsammler"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-4609\" src=\"https:\/\/www.gesund24h.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/essbare-pilze-225x135.jpg\" alt=\"In der Pilzzeit essbare Pilze\" width=\"225\" height=\"135\" \/>Herbstzeit \u2013 Pilzzeit! Gerade in den W\u00e4ldern und in l\u00e4ndlichen Regionen ist die Luft im Herbst geschw\u00e4ngert von Duft der Pilze und wo man auch geht und steht sieht man verschiedenst gef\u00e4rbte Kappen, die sich durch das Moos oder den Waldboden w\u00fchlen. Zahlreiche Pilzsammler durchk\u00e4mmen deshalb vor allem im Herbst mit K\u00f6rben und Messern bewaffnet die W\u00e4lder, um ihren Speiseplan mit selbst gesammelten Pilzen aufzupeppen. Die Anzahl der Pilzj\u00e4ger sagt allerdings wenig dar\u00fcber aus, wie es um das Wissen rund um Pilze bestellt ist: Tats\u00e4chlich wissen viele Pilzj\u00e4ger wenig \u00fcber ihre \u201eBeute\u201c &#8211; wir verraten Ihnen, was bei der Pilzsuche wichtig f\u00fcr Sie ist!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Der Pilz \u2013 lecker und gesund<\/h2>\n<p>Pilze sammeln zu gehen, hat etwas archaisches: Genau wie wir heute durch die W\u00e4lder streichen, um bek\u00f6mmliche Pilze zu finden, haben es vermutlich schon die Steinzeitmenschen getan. Okay, vielleicht nicht genau so \u2013 aber fest steht jedenfalls, dass Pilze schon seit Urzeiten auf unserem Speiseplan stehen.<\/p>\n<p>Zum einen liegt das nat\u00fcrlich daran, dass die meisten essbaren Pilze ungemein lecker schmecken. Zum anderen sind Pilze aber auch durchaus gesund. Sie sind reich an Calcium und Magnesium und enthalten je nach Art verschiedenste Vitamine. Dabei sind sie fettarm und beinhalten qualitativ hochwertige essentielle Aminos\u00e4uren.<\/p>\n<p><strong>Zugegebenerma\u00dfen<\/strong>: Da Pilze mit ihrem weitgef\u00e4cherten Myzel, das auch ein teils Kilometer weit gef\u00e4chertes wurzel\u00e4hnliches Geflecht umfasst, den Boden in ihrer Umgebung regelrecht filtern, sind sie zum Teil auch mit Schwermetallen wie Cadmium oder Quecksilber belastet. Deshalb sollten Sie sich an die Empfehlung halten, nicht mehr als etwa 250g Waldpilze pro Woche zu verzehren.<\/p>\n<h2>Trend vs. Gesundheit: Ahnungslose Pilzsammler<\/h2>\n<p>Da Pilze gesund und lecker zugleich sind, wundert es eigentlich nicht, dass sich Pilzsammeln gerade zu einem regelrechten Trend entwickelt. Dennoch ergibt sich genau daraus ein nicht zu untersch\u00e4tzendes Problem, denn leider haben viele der begeisterten Pilzsucher erschreckend wenig Ahnung von dem was sie tun.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die \u00e4ltere Generation zumeist noch mit ihren Gro\u00dfeltern im Wald gelernt hat, genie\u00dfbare und ungenie\u00dfbare Pilze zu unterscheiden, gehen gerade die j\u00fcngeren Pilzsammler oft nur mit einem Pilzbuch oder mit einer App auf dem Smartphone bewaffnet auf die Pilzjagd. Die Folge sind vermehrt auftretende Pilzvergiftungen, weil unerfahrene Sammler die teils minimalen Unterschiede zwischen genie\u00dfbaren und ungenie\u00dfbaren Pilzen h\u00e4ufig nicht erkennen.<\/p>\n<p>Und auch in Bezug auf die richtige Zubereitung der gefundenen Sch\u00e4tze fehlt oft jegliches Wissen: So manches Pilzgericht aus eigentlich genie\u00dfbaren Pilzen liegt deshalb schwer im Magen. Grunds\u00e4tzlich gilt: Zum einen f\u00fcr die bessere Vertr\u00e4glichkeit, zum anderen auch um Eier des Fuchsbandwurmes abzut\u00f6ten, m\u00fcssen Pilze gr\u00fcndlich erhitzt werden. Au\u00dferdem kann beispielsweise die Zugabe von K\u00fcmmel die Vertr\u00e4glichkeit verbessern.<\/p>\n<p>Wenn Sie also Pilze sammeln, sollten Sie sich immer zu 100% sicher sein, nur Ihnen bekannte Pilze zu pfl\u00fccken, bei denen Sie auch mit der richtigen Zubereitung vertraut sind.\u00a0 Holen Sie lieber einmal zu viel Informationen ein, als einmal zu wenig \u2013 ein Vergiftung wird schnell zur t\u00f6dlichen Gefahr.<\/p>\n<h2>T\u00f6dliche Gefahr: Die Dunkle Seite der Pilze<\/h2>\n<p>Erfahrene Pilzsammler wissen es l\u00e4ngst: Zu so ziemlich jedem leckeren Speisepilz gibt es ein giftiges oder zumindest ungenie\u00dfbares Gegenst\u00fcck. Das prominenteste Beispiel f\u00fcr so einen \u201eb\u00f6sen Zwilling\u201c ist der t\u00f6dliche Wei\u00dfe Knollenbl\u00e4tterpilz, der dem aromatischen Wiesenchampignon\u00a0 zum Verwechseln \u00e4hnlich sieht. Ist man hier weniger erfahren, unterl\u00e4uft einem schnell ein t\u00f6dliches Missgeschick und das giftige Pendant landet im Sammelkorb und sp\u00e4ter in der Pfanne.<\/p>\n<p>Um Giftpilze wirklich meiden zu k\u00f6nnen hilft deshalb nur eins: Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung! Um die zubekommen, sollten Sie sich nicht allein auf B\u00fccher, Internet oder das allgegenw\u00e4rtige Smartphone verlassen. Am besten ist es immer noch, einen erfahrenen Menschen zu fragen. Viele Gemeinden bieten Pilzberatungsstellen an, in denen mitgebrachte Funde klassifiziert werden k\u00f6nnen. Auch Pilzf\u00fchrungen mit lokalen Pilzkennern bringen Routine und Wissen \u2013 ganz abgesehen davon, dass Sie bei dieser Gelegenheit auch direkt erfahren, wo welche Pilze wachsen.<\/p>\n<h2>Ein Wort zu Pilz-Apps<\/h2>\n<p>Wie bereits erw\u00e4hnt, ist mit der Lust der Leute zum Pilzsammeln leider nicht das Wissen \u00fcber die begehrte Beute gewachsen. Deshalb schie\u00dfen Pilzbestimmungs-Apps wortw\u00f6rtlich wie Pilze aus dem Boden. Und genau hier tauchen die Probleme auf: Denn selbst die beste Pilz-App ist noch lange nicht ausgereift und liefert keine zuverl\u00e4ssigen Ergebnisse. Gerade, weil Pilze oft merkliche regionale Unterschiede aufweisen, ist durch diese eher allgemein gehaltenen Apps oft keine genaue Bestimmung m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Zudem gibt es verschiedene Merkmale, die via App gar nicht verwertet werden k\u00f6nnen. Ein gutes Beispiel ist hier der Bitterling oder Gallenr\u00f6hrling: Er sieht dem Steinpilz zum Verwechseln \u00e4hnlich, gerade bei sehr jungen Exemplaren ist eine optische Unterscheidung nahezu unm\u00f6glich. Eine kurze Ber\u00fchrung mit der Zunge hingegen entlarvt\u00a0 den Bitterling sofort: Sein Geschmack ist derma\u00dfen bitter, dass eine Verwechslung sofort ausgeschlossen werden kann \u2013 allerdings muss man dieses Unterscheidungsmerkmal zun\u00e4chst einmal kennen.<\/p>\n<h2>Was tun bei Verdacht auf Pilzvergiftung?<\/h2>\n<p><strong>Wie bereits erw\u00e4hnt<\/strong>: Als Pilzsammler muss man eine Vergiftung eigentlich immer als m\u00f6glich betrachten. Was aber tun, wenn nach der Pilzmahlzeit pl\u00f6tzlich Magen- oder Nierenschmerzen, Atemnot oder Schwei\u00dfausbr\u00fcche auftreten? Zum Einen: Es gibt keine eindeutigen Merkmale einer Pilzvergiftung \u2013 je nachdem, welchen Pilz Sie gegessen haben, kann es zu ganz anderen Symptomen kommen. Deshalb sollten Sie nicht lange z\u00f6gern und bei Beschwerden egal welcher Art, die in Zusammenhang mit einer Pilzmahlzeit stehen k\u00f6nnten, direkt zum Arzt gehen oder besser noch die Giftnotrufzentrale anrufen. Hier erreichen Sie Fachleute, die sich bestens mit Vergiftungen auskennen und Ihnen nach einer genauen Beschreibung der Symptome und der gegessenen Pilze hilfreichen Rat geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sollte sich der Verdacht auf eine Pilzvergiftung best\u00e4tigen, m\u00fcssen Sie vermutlich umgehend ins Krankenhaus bzw. zumindest zu einem Arzt. Autofahren sollten Sie dann allerdings nicht mehr: Ist kein Bekannter da, der Sie fahren kann, z\u00f6gern Sie nicht Krankenwagen oder Notarzt zu verst\u00e4ndigen \u2013 denn eine Pilzvergiftung ist ein Notfall, bei dem jede Minute z\u00e4hlt.<\/p>\n<h2>Tipps f\u00fcr Pilzj\u00e4ger<\/h2>\n<p><strong>Damit Ihre Pilzsuche von Erfolg gekr\u00f6nt ist und Sie als H\u00f6hepunkt der Pilzmahlzeit nicht den Notarzt verst\u00e4ndigen m\u00fcssen, haben wir ein paar Tipps f\u00fcr Sie zusammengestellt:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sammeln Sie nur Pilze, die Sie 100%ig zuordnen k\u00f6nnen und f\u00fcr die Sie ein passendes Rezept kennen.<\/li>\n<li>Fast \u00fcberall werden Pilzwanderungen oder Pilzberatungen angeboten \u2013 hier erfahren Sie alles, was Sie \u00fcber die Pilze in Ihrer Region wissen m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Pilze wachsen niemals einzeln, sondern immer gruppenweise. Sie sind durch ein Myzel verbunden und schie\u00dfen in einem Kreis aus dem Boden \u2013 wo ein Pilz ist, finden Sie also vermutlich auch noch andere!<\/li>\n<li>An Stellen, an denen Sie einmal Pilze einer bestimmten Sorte gefunden haben, werden Sie mit Sicherheit zu einem anderen Zeitpunkt (auch in einem anderen Jahr) wieder welche finden. Denn ein intaktes Myzel produziert immer wieder neue Pilze.<\/li>\n<li>Die gr\u00f6\u00dften Chancen Pilze zu finden haben Sie, wenn auf ein paar Regentagen ein paar warme Tage folgen \u2013 unter diesen optimalen Bedingungen schie\u00dfen die Pilze oft regelrecht aus dem Boden.<\/li>\n<li>\u00c4ltere oder wurmige Pilze, die sich nicht mehr zum Verzehr eignen, sollten Sie am besten einfach stehen lassen. So k\u00f6nnen Sie Sporen (Pilzsamen) auswerfen und f\u00fcr viele neue Pilze sorgen \u2013 da wissen Sie auch gleich, wo sie nach dem n\u00e4chsten Regenguss wieder junge Pilze finden!<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens<\/strong>: Pilze, die Sie nicht kennen oder die ungenie\u00dfbar sind sollten Sie dennoch immer stehen lassen. Denn auch giftige Pilze spielen eine wichtige Rolle im \u00d6kosystem.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnschen wir einen golden Herbst mit reichem Pilzsegen und viel Spa\u00df beim Sammeln!<\/p>\n<p>Gesunde Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nPetra Fischer<br \/>\nGesund24h<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbstzeit \u2013 Pilzzeit! 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